Heute wirds kurz, weil ich hab wenig Zeit und werde deshalb beim Kern der Sache bleiben.
Das einzige Bett der Gastfamilie, der Lieblingsstift, die Kriegsuhr aus dem Arsch des Großvaters. Dinge haben nur einen geringen oder gar keinen materiellen Wert (die Uhr ist kaputt), werden aber emotional aufgeladen.
Der Wert bestimmter Gegenstände liegt nicht in diesen Gegenständen selbst und ist schon gar nicht materieller Art - außer vielleicht bei Sammlerstücken - sondern wird individuell zugeschrieben.
Nun bin ich der Meinung, dass es sich bei Trash genauso verhält. Dinge, die an sich für Müll erklärt und damit wertlos geworden sind, werden aus irgendwelchen Gründen, und sei es nur aus dem Bedürfnis heraus, alles anders zu machen als die Anderen, mit emotionalen, nicht rationalen Werten belegt und damit wieder wertvoll.
Dass viele Leute der Trash Couture angehören (möchten), ist schon wieder irgendwie ein Massenphänomen. Andererseits kann ich mir auch vorstellen, dass in einem Paralleluniversum (weil hier war es ja nicht so) der Trend in die Richtung ging, Kriegsuhren von gefallenen Großvätern zu tragen. Insofern denke ich handelt es sich hier prinzipiell um das Gleiche.
Mittwoch, 20. Juni 2007
Sonntag, 10. Juni 2007
cloaca
Die besprochenen Cloaca-Machines haben mich besonders beschäftigt, weil es sich hier um Kunst handelt. Kunst hat für mich immer so einen Hauch von Lächerlichkeit und gewitztem Betrug gleichermaßen. Man kann viele moderne Kunstwerke auf der einen Seite in ihrer tieferen Bedeutung, ihrer Gesellschaftskritik oder was jeweils der Künstler damit ausdrücken möchte, bewundern: der Künstler als Genie.
Man kann sie aber oft auch trotz allem Verständnis und aller Reflektion über das Thema als überzogen, überbewertet oder platt ansehen. Das ist immer so eine individuelle Sache.
Interessant ist das vielleicht mit Seitenblick auf die Abgrenzung, die durch die Trash Couture geschehen soll. Man kann einerseits ein Kunstwerke verächtlich betrachten in dem Bewusstsein, dass alle dieses Kunstwerk genial finden und man natürlich keineswegs dem Strom folgen wird.
Andererseits kann man sich als Künstler mit grotesken Werken vom Strom abgrenzen, denen man dann nur noch eine irgendwie passende - beispielsweise gesellschaftskritische - Bedeutung unterjubeln muss, und hoffen, dass sie ankommen.
Auf jeden Fall wurde mit Hilfe der Cloaca-Machines Essen in Müll umgewandelt, und dieses
Abfallprodukt dann künstlerisch überhöht.
Eben dieses Abfallprodukt ist aber z.B. in der Landwirtschaft gar keines. Hier wird Scheiße als wertvolles Düngemittel verwendet oder um daraus Methangas zu gewinnen.
Betrachtet man das ganze als Kreislauf (wie das auch bei der Gottesanbeterin möglich war, die das Männchen sozusagen sofort kompostiert und wieder in den Kreislauf integriert), gibt es so gut wie keinen Müll. Zumindest keinen endgültigen. Aber den gibts ja sowieso nicht, wie uns das Cloaca-Beipiel gezeigt hat.
(Bild von: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Toilet_Chair.jpg, Stand: 11.06.07)
Was mich an den Begemann-Text (Kunst - Zeugung - Geburt) erinnert hat, war, dass die Zwischenschritte der "Verdauung" bei der Cloaca-Maschine sichtbar sind, die für gewöhnlich verborgen bleiben und lediglich unsichtbar von der Nahrungsaufnahme zum Endprodukt führen.
Die zeitliche Lücke, die zwischen der Befruchtung und dem Erscheinen eines im Mutterleib heranwachsenden Kindes klafft, ist irgendwie ähnlich konzipiert. Dass wir eine solche Lücke nun gewissermaßen geschlossen haben (diese sechs Gläser, die das jeweilige Stadium des "exquisite meal" anschaulich machen), macht mir Hoffnung, dass wir uns dem Vorgang annähern, der Trash zu dem macht, was er ist.
Man kann sie aber oft auch trotz allem Verständnis und aller Reflektion über das Thema als überzogen, überbewertet oder platt ansehen. Das ist immer so eine individuelle Sache.
Interessant ist das vielleicht mit Seitenblick auf die Abgrenzung, die durch die Trash Couture geschehen soll. Man kann einerseits ein Kunstwerke verächtlich betrachten in dem Bewusstsein, dass alle dieses Kunstwerk genial finden und man natürlich keineswegs dem Strom folgen wird.
Andererseits kann man sich als Künstler mit grotesken Werken vom Strom abgrenzen, denen man dann nur noch eine irgendwie passende - beispielsweise gesellschaftskritische - Bedeutung unterjubeln muss, und hoffen, dass sie ankommen.
Auf jeden Fall wurde mit Hilfe der Cloaca-Machines Essen in Müll umgewandelt, und dieses
Abfallprodukt dann künstlerisch überhöht.Eben dieses Abfallprodukt ist aber z.B. in der Landwirtschaft gar keines. Hier wird Scheiße als wertvolles Düngemittel verwendet oder um daraus Methangas zu gewinnen.
Betrachtet man das ganze als Kreislauf (wie das auch bei der Gottesanbeterin möglich war, die das Männchen sozusagen sofort kompostiert und wieder in den Kreislauf integriert), gibt es so gut wie keinen Müll. Zumindest keinen endgültigen. Aber den gibts ja sowieso nicht, wie uns das Cloaca-Beipiel gezeigt hat.
(Bild von: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Toilet_Chair.jpg, Stand: 11.06.07)
Was mich an den Begemann-Text (Kunst - Zeugung - Geburt) erinnert hat, war, dass die Zwischenschritte der "Verdauung" bei der Cloaca-Maschine sichtbar sind, die für gewöhnlich verborgen bleiben und lediglich unsichtbar von der Nahrungsaufnahme zum Endprodukt führen.
Die zeitliche Lücke, die zwischen der Befruchtung und dem Erscheinen eines im Mutterleib heranwachsenden Kindes klafft, ist irgendwie ähnlich konzipiert. Dass wir eine solche Lücke nun gewissermaßen geschlossen haben (diese sechs Gläser, die das jeweilige Stadium des "exquisite meal" anschaulich machen), macht mir Hoffnung, dass wir uns dem Vorgang annähern, der Trash zu dem macht, was er ist.
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