Samstag, 21. April 2007

Startgedanken

So, da sind wir auch schon. Das war ja wieder einfach.

Leider habe ich noch keine Mindmap oder sonstige Gedanken fabriziert, die ich hier äußern könnte. Dennoch befinde ich mich in der unwohligen Situation, schon heute abend wieder mit dem schönsten Massentrash konfrontiert zu werden:

Da ich meinen Fernseher in Konstanz und nicht hier bei meinen Eltern habe, werde ich mich wohl in Ermangelung sonstiger Unterhaltung deren Fernsehprogramm anschließen müssen. Zu meiner Entmutigung hat meine Mutter heute Mittag schon angemeldet: "Ich guck heute Abend aber Deutschland sucht den Superstar!" (Zitat von: Meiner Mutter, 21.04.07).

Grmpf... (Ausdruck der Unzufriedenheit, manchmal unterschwelliger Wut). Ich überlege, ob ich dann nicht lieber doch schonmal die Trash-Texte für übernächsten Freitag lesen oder an einer noch ausstehenden Hausarbeit werkeln soll.

Was sich hier auftut, ist ein interessanter und - meiner Meinung nach - für das Verständnis des Phänomens "Trash" wichtiger Gesichtspunkt: Was als Trash (gemäß meinem bisherigen Verständnis) bezeichnet wird, kann enorm subjektiv sein!

Natürlich gibt es oft lediglich zwei Lager, die sich dann auch häufig in zwei verschiedenen Generationen definieren. Eines davon sagt zum strittigen Gegenstand: "Murks, Quatsch, verlorene Zeit"; das andere meint: "mega-geil, Kult, muss ich haben!"
Wie wir alle wissen, lässt sich über Geschmack durchaus streiten, nur zu einer Übereinkunft kommt man eben selten. Und genau diese Subjektivität macht es möglich, dass Trash

a) im Vergleich mit "totem" Müll wiederbelebt werden kann (in aufgezwungenem, unendlichem Gedenken an Big Brother auch: wieder und wieder und wieder...)

b) im Zusammenhang mit "Kitsch" überhaupt erst geschaffen wird. So wie Kitsch den einen gefällt und den anderen nicht, so gibt es auch Menschen, die sich gerne mal den einen oder anderen Trash zu Gemüte führen (ob wiederauferstanden oder neuerschaffen spielt hier keine Rolle).
(Bild von: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Gr%C3%BCner_Punkt.svg, Stand: 21.04.07)

Trash als Phoenix aus der Asche, als unvergänglicher Kult oder als zeitweise Massenvermüllung.
Als Abschluss der zugegebenermaßen etwas langwierigen Startphase möchte ich noch eine weitere Spielart einbringen, und zwar die Wortverwendung. Analog zu Äußerungen wie "Ey voll fresh!" könnte ich mir bei der gleichen Personengruppe (beispielsweise: Zähringerplatz, täglich ab ca. 20 Uhr, Altersdurchschnitt 15 Jahre) ein Revival wörtlicher Art vorstellen: "Alta, son Trash alta!" Spontanübersetzung: "Mensch, so ein Mist!" oder: "Was du gerade gesagt hast halte ich so nicht für richtig..."
Ich werd mal versuchen das einzuführen.
Bis dahin,
liebe Grüße Stefan

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