Dienstag, 30. Oktober 2007

Widerruf - letzte Konzeptänderung - Ende

Leider habe ich während dem Schreiben feststellen müssen, dass es doch nicht so funktioniert hat wie ich mir das gedacht hatte. Die Unterteilung in Unterkapitel wäre dermaßen kompliziert und unübersichtlich geworden, dass ich mich schließlich dagegen entscheiden musste.

Zwar hat sich in der Theorie alles ziemlich perfekt angehört, wäre jedoch in ein einziges Vor- und Zurückgreifen im Lebenslauf Hasselhoffs ausgeartet und wäre am Schluss nicht nur holprig zu lesen gewesen, sondern man hätte auch keinen Überblick mehr gehabt, was nun eigentlich wann passiert ist und welches Ereignis zu welcher Phase des Zyklus gehört.

Deshalb gibt es jetzt doch nur die Kapitel "Produzieren", "Konsumieren", "Metabolisieren", "Reste" und "Recycling". Es kommen zwar alle in den vorherigen Posts von mir angesprochenen Elemente vor, nur eben nicht so unterteilt wie geplant.
Das hat zum einen den Vorteil, dass es meiner Meinung nach ein angenehmeres Gesamtbild abgibt, weil man nicht lauter ein- oder zweiseitige Unterkapitel hat; zum andern ließ sich so das Wirken Hasselhoffs in schöne, verdauliche Phasen einteilen.

Das ganze hat sich doch zu einem gewissen Teil als eine etwas soziologische Arbeit entpuppt, da ich vor allem in den letzten Kapiteln viel mit Blog-Einträgen, Forum-Posts und Ähnlichem arbeiten musste. Doch wahrscheinlich gerade deshalb war es für mich persönlich eine der am angenehmsten zu schreibenden Arbeiten meiner bisherigen Studentenlaufbahn; eben weil ich nicht rein an vorgegebene wissenschaftliche Texte gebunden war, wie das ja oft der Fall ist, sondern auch viel selbst schlussfolgern und zusammenstellen konnte.

Nun ist es vollbracht, und ich hoffe, ein einigermaßen korrektes Bild von David Hasselhoff geliefert zu haben. Ich denke im Nachhinein, er war eine ideale Wahl für diesen Zyklus, da er ein Leben geführt hat, das anscheinend perfekt darauf zugeschnitten ist. Ich hoffe, dass das in meiner Arbeit deutlich geworden ist, denn mir selbst ist dadurch klar geworden, was mit Hasselhoff geschehen ist, warum er jetzt Trash ist, und ich muss zugeben, dass ich wahrscheinlich gefährdet bin, auch ein Fan zu werden.

Habe ich mich damit geoutet und gehöre nun zur Trash Couture? Vermutlich nicht, da David Hasselhoff schon zu weit im Recycling-Prozess fortgeschritten ist. Es ist also schon zu spät, ich kann mich höchstens noch aus persönlicher Überzeugung für ihn begeistern. Ich werde sehen, wie sich das entwickelt.

In jedem Fall eine interessante Arbeit, von der ich nicht bereuen werde, sie geschrieben zu haben (jetzt mal davon abgesehen, wie das Ergebnis ausfällt).
Damit endet mein letzter Post zu diesem Thema, ich sage danke und auf Wiedersehen.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Zu Unterteilung und Chronologie

Jetzt gibt es doch noch ein paar Änderungen. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich im Prinzip doch alle fünf Phasen den Zyklus nochmal unterteilen könnte. Zum Teil mit den Untertiteln aus dem Seminar, zum Teil mit eigenen.

So würde ich dann "produzieren" wie im Seminar in "zeugen" und "Arbeit" einteilen. "Zeugen" wären die frühen, sorglosen Jahre mit ersten Schauspiel-Erfahrungen an Schule und High School, "Arbeit" dagegen die Zeit an verschiedenen Schauspielschulen, in Los Angeles mit dem Job als Kellner, den vielen erfolglosen Bewerbungen und schließlich dem ersten Erfolg als Dr. Snapper Foster in "The Young and the Restless".

Genauso wird "konsumieren", das ich um den Höhepunkt der Hasselhoff'schen Karriere positionieren möchte, unterteilt in "kaufen" und "einverleiben".
"Kaufen" wird ein eher kurzes Kapitel, das sich eventuell mit Merchandise-Artikeln rund um Knight Rider und Baywatch beschäftigen wird; Einschaltquoten, verkaufte Plattenzahlen und damit verbundene Auszeichnungen sollen hier erwähnt werden.
Im Kapitel "einverleiben" kommen eher Begebenheiten zur Sprache wie das Event an der Berliner Mauer 1989, bei dem Hunderttausende "Looking for Freedom" mitsangen, oder dass David im afrikanischen Busch mit "Der Knight Rider!!" empfangen wird. Das hat meiner Meinung nach schon etwas "einverleibendes", die Menschen saugen David Hasselhoff in sich auf.
(Bild von: http://www.allposters.de/gallery.asp?startat=/
getposter.asp&APNum=1749163&CID=C9A86160C8DC422BA6
C7F546CB68214F&PPID=1&search=David%20Hasselhoff&f=
t&FindID=0&P=1&PP=1&sortby=RD&cname=&SearchID=
; Stand: 17.10.07)


"Metabolisieren" wird wie im letzten Post schon angekündigt unterteilt, wobei "verdauen" dem ersten Teil gleichgesetzt wird, man beschäftigt sich mit David; das Kapitel "abwärts" befasst sich dagegen mit seinem Abstieg in die Lächerlichkeit bis in die nahe Vergangenheit.

Ebenso hatte ich die Aufteilung der "Reste" im letzten Post schon beschrieben. Allerdings ist mir klar geworden, dass eine Chronologie, die sich am Lebenslauf Hasselhoffs orientiert, hier nicht möglich ist. Denn beispielsweise das Video seiner Tochter als Tiefpunkt der Karriere ist im Jahr 2007 an die Öffentlichkeit gekommen. Die "Reste" setzen aber schon viel früher ein. Es ist ja nicht so, dass dieses Video einen Grenzstein darstellt, ab dem niemand mehr etwas von David Hasselhoff wissen wollte. Vielmehr begannen sich die Reste analog zum Niedergang seiner Karriere anzuhäufen. Das heißt, in dem Maße, in dem der Stern sinkt, nehmen auch die Fans ab und die Schmähungen zu. Der allmähliche Niedergang bringt die allmähliche Lächerlichkeit und das allmähliche Desinteresse mit sich.

Genauso verhält es sich mit dem "Recycling". Recycling im Sinne der Trash Couture kann ja nur stattfinden, solange man sich von einer vorherrschenden Meinung abgrenzen kann, indem man das bewundert, was alle anderen verabscheuen. Also muss das Recycling einsetzen, solange die Reste-Produktion in vollem Gange ist, und nicht danach.
"Recycling" soll übrigens in meiner Arbeit etwa mit dem Spongebob-Kinofilm einsetzen, bei dem David einen Gastauftritt hat. Denn Spongebob ist meiner Meinung nach ein exzellentes Beispiel für die Trash-Couture, weshalb Hasselhoff mit seinem Image als gealterter, etwas lächerlicher Rettungsschwimmer auch so wunderbar in diesen Film passt.

Zusätzlich werde ich wie die vorangegangenen Kapitel wahrscheinlich auch das "Recycling" unterteilen, und zwar in "selbst" und "fremd". Das soll heißen in Recycling, das von der Masse der Trash-Couture-Anhänger und den Medien ausgeht (fremd) und auf der anderen Seite das Recycling, das David Hasselhoff mit seinen neueren Alben und Filmen (beispielsweise "Click" mit Adam Sandler) selbst betreibt (selbst).

Desweiteren sind mir noch zwei Dinge aufgefallen:
Erstens habe ich mir nochmal das Video von "Hooked on a Feeling" angeschaut und bin zu dem Schluss gekommen, dass David einfach noch ein großes Kind ist/war, als er das produziert hat. Auf mich wirkt er wie jemand, der sich schlicht keine Gedanken macht, wie etwas ankommt, sondern genau das tut, was ihm gerade Spaß macht und was er für "supi" hält. Anders kann ich mir dieses Video einfach nicht erklären.
Auf der einen Seite sehr beneidenswert, andererseits wäre vielleicht ein neuer Manager eine gute Idee (da müsste ich mal nachschauen, ob sich auf dem Gebiet seit dem Album etwas geändert hat).

Zweitens denke ich mir, dass Hasselhoffs heutiges Ansehen zu einem großen Teil auch auf ein verändertes Publikum und eine veränderte Gesellschaft zurückzuführen ist. An den Folgen von Baywatch oder Knight Rider hat sich ja nichts geändert, auch ist "Looking for Freedom" nicht schlechter geworden.
Diese Entwicklung ist wahrscheinlich vergleichbar der Situation, wenn man sich alte Fernsehwerbung von 1980 anschaut und dabei denkt: "Oh mein Gott, sowas haben die damals gesendet und trotzdem haben die Leute noch "Frauengold" gekauft..."

Wer weiß, vielleicht avanciert Hasselhoff ja noch einmal zu einem erfolgreichen Schauspieler. Oder es gibt neue Baywatch-Staffeln mit einem einem neuen Mitch Buchannon, so wie es James Bond erging.

Samstag, 13. Oktober 2007

Der Zyklus

Ich habe während meiner Überlegungen zum Aufbau der Arbeit eine Gefahrenquelle bemerkt. Es ist sehr verlockend, den Seminars - Zyklus an einzelnen Werken von David aufzuzeigen. Dann bekommt man allerdings Probleme mit der Chronologie, denn David hat ja ständig produziert und die Fans ständig konsumiert und metabolisiert. Außerdem ist der Ex - Superstar David Hasselhoff an sich Thema meiner Arbeit, und nicht einzelne Werke.

(Bildüberschrift: 9.4.07 - The Official David Hasselhoff 2008 Calendar will be availible in the online store very soon. ; Bild und Text von: http://hasselhoff.com/home.htm; Stand: 13.10.07)

Deshalb werde ich besonders darauf achten, den Zyklus an Hasselhoffs Lebenslauf festzumachen. Dazu ist es aber nötig, zeitlich zumindest ungefähr festzulegen, ab wann der Star beispielsweise schon zu den Resten gehörte und wann er noch metabolisiert wurde. Gar nicht so einfach. Im Folgenden eine ungefähre Skizze, wie ich mir das Ganze vorgestellt habe.

Ich denke, ich werde beginnen mit einem Kurz - Lebenslauf mit den wichtigsten Daten bis zu dem Zeitpunkt, an dem David mit "The Young an the Restless" berühmt wird, eventuell auch bis zu seinem Durchbruch mit "Knight Rider". Dieser Teil soll dem "Produzieren" entsprechen, weil er die Aufbau - Phase des Stars darstellt, in der er langsam zu einem fertigen Produkt heranreift und Image - Bausteinchen für Steinchen zusammengebaut wird.

Als nächstes sagt der Zyklus: "Konsumieren". Dem ordne ich die Zeit zu, als Hasselhoff durch "Knight Rider" mit einem Schlag berühmt wurde, und vor allem die Phase danach. Hier wird er exzessiv konsumiert. Er ist der Star, zuerst als "Michael Knight" in über 100 Ländern (Fellner, Uschi/Leopold, Peter: Knight Rider, Verlag Carl Ueberreuter, Wien, 1987: S. 41), später als "Mitch Buchannon" sogar in ca. 140 Ländern (Keller, Harald: Kultserien und ihre Stars. Bd. 2. Fortsetzung folgt..., Dieter Bertz Verlag, Verlin, 1997: S. 21). Gleichzeitig erreicht seine Musikkarriere ihren wahrscheinlichen Höhepunkt mit "Looking for Freedom", das er 1989 an der Berliner Mauer vor über 500 000 begeisterten Menschen singt (http://www.monstersandcritics.de/archiv/people.php/David_Hasselhoff/biog; Stand: 02.10.07).

Dazu ein netter Link: http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/magazine/3465301.stm (Stand: 13.10.07)
David Hasselhoff, the man who downed the Berlin Wall! Nicht zu vergessen die StudiVZ - Gruppe, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzt.

Der nächste Schritt ist das "Metabolisieren", wie ich finde in diesem Fall stellenweise sehr schwer gegen das "Konsumieren" abgrenzbar. Unter dem Metabolisieren möchte ich die Zeit und diejenigen Ereignisse subsumieren, die zwischen den Karrierehöhepunkten des David Hasselhoff und seinem Status als lächerlicher Trunkenbold liegen.

Dieses metabolisieren werde ich in zwei Abschnitte unterteilen: Erstens die Folge des Konsumierens als das Verlangen nach mehr und damit ein kleiner Kreislauf für sich, der den anhaltenden Erfolg von Knight Rider und die späteren Erfolge von Baywatch erklärt. Die ständigen Wiederholungen der Serien rechne ich ebenso zum metabolisieren wie beispielsweise eine Untersuchung, die versucht herauszufinden, inwiefern Serien wie "Knight Rider" und "Airwolf" den jugendlichen Zuschauern schaden (Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, Was machen 'Airwolf' und 'Knight Rider' mit ihren jugendlichen Zuschauern?, Rieß-Druck, Benediktbeuern, München, 1990). Man beschäftigt sich einfach mit David Hasselhoff und seinen Werken, er ist Thema, er wird verdaut.

Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit seinem vorläufigen Niedergang bis hin zum Video seiner Tochter, das ihn betrunken Burger - essend zeigt.

Dieser Niedergang geht wieder zeitlich nur schwer differenzierbar über in die "Reste", die ich auch unterteilen möchte, und zwar wie im Seminar in "aufbewahren" und "wegwerfen".

Zum "aufbewahren" gehören ewig treue Fanclubs, die alles vergöttern oder zumindest beschönigen, was "Dave" anstellt, ebenso wie Sammler oder einfach Internetseiten, die möglichst viele Fotos von David in den verschiedensten Posen präsentieren (beispielsweise http://hasselhoff.ploggle.com; Stand: 13.10.07).

Zum "wegwerfen" gehören zum Beispiel Blogeinträge à la "Peinliches Geständnis: Auch ich hatte mal eine CD von David Hasselhoff" (Beispiel: http://gluehwein.junkies.ws/2006/04/05/musik-von-gestern-david-hasselhoff/; Stand: 02.10.07) oder die Meinung, dass Hasselhoffs Zeit einfach vorbei und er selbst lächerlich ist.


Die letzte Phase des Zyklus, das "Recyclen", ist schließlich das, was zur Zeit passiert: Die alten Folgen von "Knight Rider" und "Baywatch" werden wieder ausgestrahlt und mit einem Augenzwinkern angeschaut, das ängstlich versichert, dass man das nur tut, weil diese Serien so "kultig" sind und man selbst so anders (eben im Sinne von Rollers "Trash Couture").
Zudem recycled sich David Hasselhoff selbst, indem er neue Kinofilme plant und neue Alben aufnimmt.



(Bild von: http://images.google.de/imgres?imgurl=http://
www.great-tv-shows.com/knightrider/knightrider.jpg
&imgrefurl=http://www.great-tv-shows.com/knightrider/
knightrider-index.htm&h=541&w=400&sz=34&tbnid=0
CmtB0BMhdC7sM:&tbnh=132&tbnw=98&prev=/
images%3Fq%3Dknight%2Brider%2Bfotos%26um%3D1
&start=3&sa=X&oi=images&ct=image&cd=3; Stand: 13.10.07)



Dazu noch abschließend der Link zu "Hooked on a feeling": http://www.youtube.com/watch?v=Gi2CfuqcUGE (Stand: 01.10.07).
Das ist wirklich unglaublich trashig!

Und damit wir noch was zu lachen haben nach diesem Video, David zum Ausschneiden und zusammenbasteln als Hampelmann unter: http://blog.macadelic.de/david-hasselhoff/ (Stand: 13.10.07).

Montag, 8. Oktober 2007

Wiedereinstieg

(Bild von: http://hasselhoff.ploggle.com/?m=10557; Stand: 08.10.07)

Sodele. Leider habe ich eine ganze Weile hier nichts mehr geschrieben, weil ich mit meinem Ferienjob ziemlich viel um die Ohren hatte. Dafür ist meine Recherche zu David Hasselhoff fast abgeschlossen.

Wie befürchtet war die Ausbeute an Büchermaterialien nicht sehr groß, es wird einfach nichts - vor allem nichts halbwegs wissenschaftlich verwertbares - über ihn geschrieben. Was mir am meisten gebracht hat, waren zwei Biografien, die aber beide das Manko hatten, dass sie nicht mehr sonderlich aktuell waren (das jüngere der beiden von 1993) und sich dadurch nur mit Davids Karriere, nicht aber mit seinem Abstieg beschäftigen konnten.

Dieser zweite Teil des bisherigen Hasselhoff´schen Lebenslaufes musste von mir im Internet recherchiert werden, was heißt: Blogs durchsuchen, Interviews von Online - Musikmagazinen, Nachrichtenmeldungen, alles Sachen, die man so nicht unbedingt gedruckt findet. Aber ich bin zufrieden.

Leider haben sich im Zuge meiner Nachforschungen zwei Probleme aufgetan.

Erstens habe ich bemerkt, dass es schwer wird, wenn man sich mit David Hasselhoff näher befasst, ihn in einem, man könnte sagen: lächerlichen Licht darzustellen, wie es für Franziska Rollers "Trash Couture" notwendig ist. Im Gegensatz zur vorherrschenden Stimmung in Bezug auf David Hasselhoff, die mich veranlasst hat, ihn für diese Arbeit auszuwählen, findet man wesentlich mehr positive Beiträge zum Hasselhoff - Diskurs als negative.
Die Sache ist die, dass Schlechtes und Skandalöses freilich Medienwirksamer eingesetzt werden kann und deshalb exzessiv breitgetreten wird. Aber im Endeffekt findet man analog zu 20 Kommentaren und Links zu ein und demselben Video, das ihn betrunken und Burger - essend zeigt, ca. drei oder vier verschiedene positive oder neutrale Pressemitteilungen, wie zum Beispiel irgendeine Beachparty, wo er mit Kindern im Meer auf Surfbrettern herumturnt oder Berichte über seine Jury - Rolle bei der Show "America´s got Talent", wo Nachwuchstalente aus allen Bereichen die Möglichkeit haben, ihr Können zu zeigen.

(Bildüberschrift: David spent yesterday at Disneyland celebrating his daughter Hayley´s 15th Birthday. Bild von: http://hasselhoff.com/home.htm; Stand: 30.09.07)
Solche positiven Meldungen überwiegen zwar zahlenmäßig, werden aber eben nicht vergleichtsweise ausgeschlachtet wie wenn man ihn betrunken am Boden liegen sieht.

Das zweite "Problem" ist, dass nicht nur etwas aus dem Mode Gekommenes im Moment Kult ist, sondern dass David anscheinend wieder auf die Beine kommt. Es gibt nicht einfach ein Revival der Kultserien "Baywatch" und "Knight Rider", ein Wiederbeleben von Vergangenem und "Trashigem", wie das für die "Trash Couture" typisch wäre. Das geschieht zwar auch, aber gleichzeitig scheint es mir zu einem Comeback des Stars Hasselhoff an sich zu kommen. Er ist selbst wieder aktiv, plant neue (Kino-)Filme, nimmt neue Alben auf, kümmert sich um sein Image und so fort.

Das passt nicht so ganz zum Seminarprogramm. Es gehört sich nicht, dass der Trash sich selbstständig macht, dass der Müll sich selbst wiederbelebt und das Weggeworfene sich selbst wieder auf den Markt bringt. Trotzdem werde ich versuchen, diese Entwicklung mit zu verarbeiten; allerdings bin ich noch nicht sicher, wo mich das hinführen wird.

Vorab möchte ich gerne noch einige eher der Unterhaltung und Erheiterung dienende Ergebnisse meiner Internetrecherche präsentieren, sozusagen meine Lieblinge, meine bunten Flecken zwischen den immer wiederkehrenden Berichten über Alkoholsucht, Burgeressen, Scheidungskrieg und Sorgerechtsstreit. Deshalb folgen jetzt in loser Reihenfolge einfach ein paar amüsante Links zum Abschluss dieses Posts.

http://www.youtube.com/watch?v=ykSzwYQV6PU (Stand: 08.10.07)

--> Das Musikvideo zur Single "Jump in my car". Man sieht, es wird immer noch auf die alten Serienerfolge und den Wiedererkennungswert aufgebaut. Im Prinzip ein Verschnitt aus "Baywatch" und "Knight Rider", der aber eindeutig die beabsichtigte Wirkung ("Aha, David Hasselhoff!") erzielt, teilweise sehr trashig, teilweise wenn man möchte aber auch ordentlich selbstironisch und eigentlich ganz witzig gemacht ist.

Den Text gibts unter: http://www.sing365.com/music/lyric.nsf/Jump-In-My-Car-lyrics-David-Hasselhoff/69A53D54C3078470482571AA0040255A (Stand: 08.10.07.)

http://www.knight-foundation.com/hoffplane.html (Stand: 08.10.07)

--> Das Gesicht David Hasselhoffs als Papierflieger, zum Ausdrucken und Ausschneiden, mit Bastelanleitung. Wundervoller Kommentar dazu: "Your prayers have been answered. In no time at all you could be throwing lovely Dave´s face around the room."


http://www.esquilax.com/baywatch/index.shtml (Stand: 08.10.07)

--> Hauptthese der Seite: "David Hasselhoff is the AntiChrist". Ohne weiteren Kommentar...


Eine Sache, die wahrscheinlich den Wenigsten bekannt sein dürfte und worüber ich auch sehr schmunzeln musste: David hat zusammen mit unserem allseits beliebten "Wetten, dass...? - Gott Thomas Gottschalk einen Film gedreht (Ring of the Musketeers; http://www.imdb.com/title/tt0110992/; Stand: 08.10.07) und Gottschalk durfte in einer Baywatch - Folge als Bösewicht auftreten. Wahrscheinlich sehenswert!

Montag, 20. August 2007

Hausarbeit!!

So, jetzt gehts dann langsam los mit der Hausarbeit. Die Themenfindung ist schon abgeschlossen und sieht im Groben folgendermaßen aus:

David Hasselhoff.

Zu seiner Zeit ein Mega-Star, dann ein allmähliches Absinken in die Lächerlichkeit bis hin zum absoluten Tiefpunkt in Form des überall kursierendenVideos seiner Tochter, die ihn betrunken gefilmt hat. Und nun kommen "Knight Rider" und "Baywatch" wieder in Mode, werden die alten Folgen ausgestrahlt und haben mindestens Kultstatus. Sogar ein neuer "Knight Rider" - Kinofilm ist geplant (wenn auch Gerüchte umgehen, dass er ohne David Hasselhoff auskommen soll).

Ich werde mich also bemühen, das Phänomen David Hasselhoff mit Beispielen wie Kight Rider und Baywatch und anhand seiner Biographie inklusive Gesangskarriere und weiterem so verdaulich wie möglich durch den von Herrn Kümmel im Seminar präsentierten Zyklus wandern zu lassen und und bin meinerseits sehr auf das Endprodukt gespannt.
(Bild von: http://www.geocities.com/Hollywood/Lot/1603/Baywatch05.html; 20.08.07)

Soviel ist schon klar: Enorm viel Literatur gibt es zu David Hasselhoff nicht. Genaugenommen habe ich ein einziges Buch gefunden, in dem Knight Rider und Baywatch auf insgesamt sechs Seiten vorgestellt werden. Ich hoffe, dass sich die per Fernleihe bestellten Bücher als ergiebiger erweisen, damit ich mich nicht zu viel auf das Internet stützen muss. Aber mal abwarten.

Ja wenn ich Elvis genommen hätte oder Marlene Dietrich oder ähnliche Giganten, sähe die Sache anders aus, da quillt die Bib sozusagen von über. Aber David Hasselhoff ist so wunderschön trashig und irgendwie doch noch aktueller (wahrscheinlich weil er noch lebt...), und deshalb habe ich mich für den steinigeren Weg entschieden.

Möge der Verdauungstrakt mit mir sein!

Mittwoch, 20. Juni 2007

Die Kriegsuhr

Heute wirds kurz, weil ich hab wenig Zeit und werde deshalb beim Kern der Sache bleiben.

Das einzige Bett der Gastfamilie, der Lieblingsstift, die Kriegsuhr aus dem Arsch des Großvaters. Dinge haben nur einen geringen oder gar keinen materiellen Wert (die Uhr ist kaputt), werden aber emotional aufgeladen.

Der Wert bestimmter Gegenstände liegt nicht in diesen Gegenständen selbst und ist schon gar nicht materieller Art - außer vielleicht bei Sammlerstücken - sondern wird individuell zugeschrieben.

Nun bin ich der Meinung, dass es sich bei Trash genauso verhält. Dinge, die an sich für Müll erklärt und damit wertlos geworden sind, werden aus irgendwelchen Gründen, und sei es nur aus dem Bedürfnis heraus, alles anders zu machen als die Anderen, mit emotionalen, nicht rationalen Werten belegt und damit wieder wertvoll.

Dass viele Leute der Trash Couture angehören (möchten), ist schon wieder irgendwie ein Massenphänomen. Andererseits kann ich mir auch vorstellen, dass in einem Paralleluniversum (weil hier war es ja nicht so) der Trend in die Richtung ging, Kriegsuhren von gefallenen Großvätern zu tragen. Insofern denke ich handelt es sich hier prinzipiell um das Gleiche.

Sonntag, 10. Juni 2007

cloaca

Die besprochenen Cloaca-Machines haben mich besonders beschäftigt, weil es sich hier um Kunst handelt. Kunst hat für mich immer so einen Hauch von Lächerlichkeit und gewitztem Betrug gleichermaßen. Man kann viele moderne Kunstwerke auf der einen Seite in ihrer tieferen Bedeutung, ihrer Gesellschaftskritik oder was jeweils der Künstler damit ausdrücken möchte, bewundern: der Künstler als Genie.

Man kann sie aber oft auch trotz allem Verständnis und aller Reflektion über das Thema als überzogen, überbewertet oder platt ansehen. Das ist immer so eine individuelle Sache.

Interessant ist das vielleicht mit Seitenblick auf die Abgrenzung, die durch die Trash Couture geschehen soll. Man kann einerseits ein Kunstwerke verächtlich betrachten in dem Bewusstsein, dass alle dieses Kunstwerk genial finden und man natürlich keineswegs dem Strom folgen wird.
Andererseits kann man sich als Künstler mit grotesken Werken vom Strom abgrenzen, denen man dann nur noch eine irgendwie passende - beispielsweise gesellschaftskritische - Bedeutung unterjubeln muss, und hoffen, dass sie ankommen.

Auf jeden Fall wurde mit Hilfe der Cloaca-Machines Essen in Müll umgewandelt, und dieses Abfallprodukt dann künstlerisch überhöht.
Eben dieses Abfallprodukt ist aber z.B. in der Landwirtschaft gar keines. Hier wird Scheiße als wertvolles Düngemittel verwendet oder um daraus Methangas zu gewinnen.

Betrachtet man das ganze als Kreislauf (wie das auch bei der Gottesanbeterin möglich war, die das Männchen sozusagen sofort kompostiert und wieder in den Kreislauf integriert), gibt es so gut wie keinen Müll. Zumindest keinen endgültigen. Aber den gibts ja sowieso nicht, wie uns das Cloaca-Beipiel gezeigt hat.
(Bild von: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Toilet_Chair.jpg, Stand: 11.06.07)

Was mich an den Begemann-Text (Kunst - Zeugung - Geburt) erinnert hat, war, dass die Zwischenschritte der "Verdauung" bei der Cloaca-Maschine sichtbar sind, die für gewöhnlich verborgen bleiben und lediglich unsichtbar von der Nahrungsaufnahme zum Endprodukt führen.
Die zeitliche Lücke, die zwischen der Befruchtung und dem Erscheinen eines im Mutterleib heranwachsenden Kindes klafft, ist irgendwie ähnlich konzipiert. Dass wir eine solche Lücke nun gewissermaßen geschlossen haben (diese sechs Gläser, die das jeweilige Stadium des "exquisite meal" anschaulich machen), macht mir Hoffnung, dass wir uns dem Vorgang annähern, der Trash zu dem macht, was er ist.